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Ines Valentinitsch (43) gönnte sich im wahrsten Sinn des Wortes eine Kunstpause vom Modezirkus. Jetzt aber steigt die in Mailand lebende Grazerin wieder in die Arena: mit „Heidi Couture“. Von Michael Tschida.

Frechheit siegt: Sie versandte für ihre erste große Show Unterhöschen als „Eintrittskarten“. Sie schickte ihren einjährigen Max über den Laufsteg. Ihre Models haschten, trugen Mäntel in Designs, die von Zeichnungen ihres Sohnes inspiriert waren, und sie selbst stellte sich den Ovationen mit ihrer dreimonatigen Estelle im Arm und im weißen Top mit der roten Aufschrift „Stopp Haider!“ . .


Die freche Siegerin heißt Ines Valentinitsch. Dabei sah es für sie zunächst gar nicht nach einem Stockerlplatz im beinharten Rennen um die Aufmerksamkeit der Modewelt aus. Die Grazerin hatte zwar bei Helmut Lang und Dior-Chefdesigner Marc Bohan an der Universität für angewandte Kunst in Wien studiert und summa cum laude abgeschlossen. Aber Mailand, das sie 1996 zu ihrer Wahlheimat machte, war für Modefrischlinge wie eine Trutzburg, die sich auch mit viel Klinkenputzen nicht auftat. Also beschloss Ines Valentinitsch, ihr eigenes Label zu gründen, nämlich „Ines Valentinitsch“. So einfach macht man sich natürlich keinen Namen, aber der ihre sprach sich doch rasch herum. Bis zum Münchner Modehaus Etienne Aigner, wo sie zur Kreativchefin wurde. Zur Salzburger Trachtenfirma Gössl. Oder zu Marilyn Manson, der seine Fans etwa in einer schrillen Jacke mit Fransen und voluminösen Ärmeln made by Valentinitsch schockrockte.

 

Nach 2006 kehrte die Steirerin dem dauerfiebrigen Modezirkus allerdings den Rücken, nicht zuletzt zugunsten ihrer mittlerweile vier Kinder. Und außerdem: „Die Malerei ist seit jeher meine wahre Leidenschaft. Nach der Zeit im Modebusiness konnte ich mich wieder ganz ihr widmen“, sagte sie dem Magazin „Woman“. Also schuf sie großflächige Farbexplosionen, dunkle Berglandschaften, Schrift-Bild-Collagen, alienartige Mädchenköpfe . . . Und „Nudes“, zu denen sie im April zur Vernissage ins Atelier in Tortona lud – gelegen in einem ehemaligen Fabriksareal Mailands, wo es sich heute (und seit 2011 auch für sie und ihren Mann Axel) herrlich wohnen lässt.


Pinsel und Palette bilden freilich keinen vollständigen Impfschutz gegen den Virus Mode. Also kehrt „Ini“ nun in die Arena zurück – mit „Heidi Couture“. Gemeinsam mit Mona Ramsenthaler spannt sie „den Bogen der Liebe zur Tracht vom Handdruck-Dirndl über indische handbestickte Saris zu afrikanischen handgewebten Turbanen“.
Die „Paradiso-Kreationen“, auch schon beim Life Ball zu sehen, stellt das Designerinnenduo nach Mailand und St. Moritz heute Abend auch in Wien vor. Nach der Show in den historischen Demel-Salons ist die Kollektion im digitalen Schaufenster Instagram zu sehen. Die bestellten Modelle werden den Wünschen der Kundinnen angepasst, eine eigene Schneiderei in Wien steht für den letzten Schliff zur Verfügung.